Weekend Heroes

Visionen eines Spukhauses

3. Lamashan 4711, Sandspitze, Varisia
(Spielrunde vom 15.03.2015)
(Es fehlt: Katharina)

Ich bin unsicher, wie man in der Bibliothek auf den dunklen Unbekannten reagieren würde, wenn ich ohne Lem auftauche, also entschließe ich mich, nach den Anderen zu sehen. Sie scheinen nicht zu Hause zu sein, aber während ich noch kurz unschlüssig herumstehe, kommen sie auch schon an. Sie erzählen mir kurz, was am Morgen passiert ist. Nach der jüngsten Nachricht ist es dem Vogt ein Anliegen, daß wir uns mal auf dem Fingerhut-Gut umsehen. Da wir fast erwarten, es mit irgendwelchen Untoten zu tun zu bekommen, besorgt Thorik bei Vater Zantus noch ein paar Fläschchen heiliges Wasser, dann machen wir uns auf den Weg.

Als wir uns dem Anwesen nähern, merkt man schon, daß hier irgendetwas seltsam ist, denn selbst die Natur wirkt irgendwie krank. Bäume und Sträucher sind kränklich und verkümmert, das Gras ist braun, es gibt keine Blumen, nur Dornen. Das Haus selbst ist in schlechtem Zustand, schief, in sich verzogen, das Dach teilweise eingefallen, von Blauregen-Ranken und Schimmelflecken überzogen. Einige Meter daneben liegen die verbrannten Grundmauern des ehemaligen Gesindehauses; das Herrenhaus selbst steht auf einer herausragenden Ecke der Klippen, die es fast völlig ausfüllt. Um das Haus herum sehen wir einige Krähen, anderes Leben ist nicht auszumachen. Nahimana fühlt sich angesichts der Krähen irgendwie unwohl; Lem tötet eine; es sind ganz normale Krähen.

Wir binden die Pferde draußen an und betreten das Haus durch die Doppeltür in einem der beiden Flügel, die der Schlüssel, den wir auf dem Hambley-Bauernhof gefunden haben, aufschließt; Uns schlägt ein Geruch von Moder entgegen, alles ist mit Schimmelflecken und größerflächigen Schimmelteppichen überzogen, und der Boden ächzt und knarrt, wenn wir uns bewegen. Wir durchsuchen das Haus; zuerst das Erdgeschoß, dann den ersten Stock, dann den Dachboden. Während wir das tun, werden einzelne von uns immer wieder von Visionen oder Spukerscheinungen überkommen; in diesen scheinen die Betroffenen einzelne dramatische Momente zu erleben, die in der Vergangenheit in diesem Haus geschehen sind, und zwar immer aus Sicht einer jeweils beteiligten Person. Und zwischendrin hören wir immer wieder kurzes gedämpftes Schluchzen, das von oben zu kommen scheint. Durch das Verziehen des Hauses klemmen eigentlich alle Türen und können nur mit Kraftanstrengung und oft erst nach mehreren Versuchen geöffnet werden. Nach den ersten Visionen würde ich lieber in den Keller absteigen, denn da scheint die Quelle von was auch immer hier passiert ist zu liegen, aber die Anderen wollen lieber nach oben, dem Schluchzen entgegen, und vielleicht noch mehr Visionen finden, die uns Informationen geben. Bisher habe ich allerdings nicht den Eindruck, daß die Visionen viel konkrete Informationen enthalten, dafür scheinen sie aber nicht ungefährlich zu sein.

Im Jagtrophäensaal, durch den wir das Haus betreten, habe ich kurz den Eindruck, brennende Haare und Fleisch zu riechen.

Kurz danach finden wir an der Wand einen mumifizierten Affenkopf, dem eine Ziehkordel aus dem Maul hängt. Nahimana zieht natürlich sofort daran, während Lem ihn als magisch erkennt und eigentlich noch versuchen will, die Art der Magie herauszufinden. Der Kopf gibt daraufhin mehrere Sekunden lang ein ohrenbetäubendes Geschrei von sich, und kurz danach identifiziert Lem die Magie als eine Art Alarmzauber. Wir haben uns bisher keine wirkliche Mühe gegeben, heimlich zu sein, aber sollte jemand, oder etwas, hier sein, weiß er oder es spätestens jetzt definitiv über unsere Anwesenheit Bescheid. Am Boden unter dem Affenkopf befindet sich ein ziemlich großer Fleck; Lem glaubt, darin ein Muster zu sehen, daß eine Wendeltreppe mit Stufen auf Totenschädeln zu erkennen, aber der Boden ist offensichtlich ganz normaler Boden.

In der Bibliothek finden wir einen noch neu aussehenden, farbenfrohen Schal über einem umgestürzten Sessel. Sobald sie näherkommt, attackiert der Schal Nahimana, indem er sich einfach um ihren Hals wickelt und sie zu erwürgen versucht. Nahimana hat dabei den Eindruck, daß Aldern Fingerhut (oder jemand, der ihm sehr ähnlich sieht?) den Schal um ihren Hals legt und sie stranguliert. Das Ganze ist nach wenigen Augenblicken bereits wieder vorbei, der Schal liegt schlaff auf dem Boden, aber Nahimana ist dennoch fast erstickt, so daß Thorik sie heilen muß. Der Schal ist dabei anscheinend nicht magisch. Außerdem gibt es hier noch eine steinerne Buchstütze in Form eines Engels; ein Flügel ist halb abgebrochen, an einer Ecke kleben Blut, Knochensplitter und Haarbüschel, und auch auf dem Boden findet sich ein großer Fleck von sehr viel Blut.

In einem nächsten Raum sehen wir, wie vor dem Kamin immer wieder Staub aufgewirbelt wird, obwohl es keinen Luftzug gibt. Die Aufwirbelungen sehen dabei aus wie von einer Person, die vor dem Kamin schnell auf- und abläuft. Nahimana geht hin und hat die Vision einer Frau, die sich sorgt, was ihr Gatte so spät noch so lange im Keller treibt, und hat plötzlich das Gefühl, daß sie ihr Kind retten muß, bevor etwas Schreckliches passiert, dann sieht sie ihre Tochter * Lorey neben sich, dann schüttelt sie die Vision ab, und das Gesicht ihrer Tochter wird zu dem von Lem.

In einem Badezuber finden wir eine tumorzerfressene Ratte, die Thorik angreift, die wir aber schnell töten. Allerdings sieht sie ziemlich ungesund und widerlich aus.

Bei einem kurzen Gang draußen vor das Haus stellen wir fest, daß in der verbrannten Ruine und auf den umstehenden Bäumen inzwischen jeder Quadratzentimeter von Krähen bedeckt ist. Sie bewegen sich nicht, sie krächzen nicht, sie sitzen einfach nur da und starren uns an. Die Raben sehen irgendwie seltsam aus, und wir haben den Eindruck, daß eine Wolke von Fliegen zwischen ihnen summt. Das ist schon ein wenig merkwürdig. Außerdem führt der Weg unmittelbar an den Vögeln vorbei; mal sehen, was das nachher bedeutet. Bisher sind die Pferde allerdings in keiner Weise beunruhigt.

In der Jagdtrophäenhalle rieche ich wieder brennendes Fleisch und Blut, diesmal ziemlich stark, und schon erwacht der Löwenflederskorpion zum Leben, ist plötzlich in Flammen gehüllt und greift mich mit dem Skorpionschwanz an, dem ich knapp ausweichen kann. Das Gesicht sieht dabei aus wie das zonrverzerrte Gesicht von Aldern oder jemandem, der starke Ähnlichkeit mit ihm hat. Sein Vater vielleicht? Und schon ist der Spuk wieder vorbei und das Monster wieder ausgestopft und schimmelbefallen.

Im ersten Stock finden wir ein Kinderzimmer, erkennbar an der Truhe mit Spielzeug und dem Hampelmann an der Wand. Wir hören ein Kind nach seiner Mutter weinen, dann hat Thorik eine Vision eines Kindes, das hier lebt. Seine Eltern streiten sich und kämpfen miteinander und versuchen, den anderen zu töten. Das Kind ist sicher, daß, wer auch immer gewinnt, danach das Kind töten wird. Die Mutter kämpft mit einer Fackel, der Vater ist mit einem langen Messer bewaffnet und mit Tumoren übersäht und von ihnen zerfressen. (Frage an Achim: Du hast gesagt, daß der Vater eine Ähnlichkeit mit Aldern hat, aber Du hast später gesagt, daß es die Ähnlichkeit, die Du uns zwischen Alderns Vater und Forel beschrieben hast, in Wirklichkeit gar nicht gibt. Ist damit auch diese Ähnlichkeit hier damit weg, oder gibt es die trotzdem? Denn die Tumore passen irgendwie nicht zu Alderns Vater, jedenfalls nach dem, was wir uns bisher zusammenreimen können.)
Ein kunstvolles Namensschild an einem der Spielzeuge sagt uns, daß das hier mal Alderns Schlafzimmer war. Aber war es vielleicht vorher mal Loreys Schlafzimmer?

In der Porträtgalerie finden wir acht Bilder, die dankenswerterweise Namensplaketten haben und offenbar verschiedene ehemalige Bewohner des Hauses darstellen; darunter auch Aldern. Irgendwie spüren wir, daß gleich etwas passieren wird, und tatsächlich, die Temperatur fällt stark ab, Reif und Schimmel überziehen alles, und die Figuren auf den Bildern verwandeln sich in tote Versionen ihrer selbst. Travers Kehle ist zerschnitten. Cyrali verbrennt und erleidet furchtbare Knochenbrüche, Aldern wird ganz dunkel und bekommt ein ghoulisches Aussehen. Lorey, Kasanda und Vorel sind alle von Tumoren zerfressen, ähnlich wie die Ratte, die wir vorhin getötet haben; bei Vorel ist der Befall so stark, daß das ganze Bild mitsamt dem Rahmen befallen ist. Einzig Alderns Schwestern, Siva und Sindeli, bleiben unverändert. Und wie immer ist alles nach ein paar Augenblicken vorbei. Im Unterschied zu allen anderen Visionen war hier aber nicht nur einer von uns betroffen, sondern wir haben das alle wahrgenommen. (Frage an Achim: Aldern ist erwachsen, die Schwestern aber nicht? Ist das ernst gemeint, oder war bloß die Beschreibung im Buch verworren? Oder meintest Du, daß sie halt einfach normal aussehen, aber dieselbe Altersveränderung wie Aldern durchmachen?)

Das elterliche Schlafzimmer ist wesentlich besser erhalten als der Rest des Hauses; insbesondere gibt es hier fast keinen Schimmel, lediglich auf dem Schreibtisch gibt es einen großen dunklen Fleck. Als Nahimana das näher untersuchen will, beginnt sie zu zittern und ist überzeugt, die Person getötet zu haben, die sie am meisten liebt. Sie sieht einen Dolch auf dem Tisch und verspürt den Drang, sie die Kehle aufzuschneiden, kann aber im letzten Moment widerstehen. Glücklicherweise, denn von uns unbemerkt hatte sie einen großen Holzsplitter vom Schreibtisch genommen (der Dolch war ja nur in ihrer Vision da) und hätte sich den beinahe in die Kehle gerammt. Hätten wir nicht doch lieber direkt nach unten gehen sollen?

Ein Zimmer betreten wir nicht, weil es selbst im Vergleich zum Rest des Hauses extrem mit Schimmel verseucht ist; allein das Öffnen der Tür schiebt einen dicken Schimmelteppich zur Seite.

Im Baderaum gibt der ohnehin schon durchhängende Boden unter dem Gewicht von Lem und dem eisernen Badezuber nach, und während Lem in Sicher heit hechten kann, fällt der Zuber in den darunterliegenden Baderaum durch.

Ein weiteres Schlafzimmer ist völlig verwüstet, die Möbel zerstört, die Wände mit Klingen aufgerissen, alle Bilder an den Wänden zerstört und unkenntlich, lediglich ein Bild ist intakt, wurde aber mit dem Gesicht zur Wand gedreht. Es zeigt eine hübsche junge Frau mit nachdenklichem Blick; die Namensplakette weist sie als Jascha Fingerhut aus. Wir haben wieder das Gefühl, daß sich etwas anbahnt, dann hören wir eine Frauenstimme, „Was treibst Du eigentlich da unten in der Kälte?“ Ich habe kurz das Gefühl, jemandem wehzutun, Thorik verspürt einen kurzen Moment der Traurigkeit, und Adzorn Arundfast läuft es kurz kalt und panisch den Rücken herunter. Die Frau ähnelt keiner der Personen auf den Bildern in der Portätgalerie. Außerdem sind sowohl das Bild als auch die Verwüstung deutlich neuer als alles Andere hier im Haus; ich schätze maximal ein halbes Jahr.

Auf der Seeseite des Hauses gibt es in beiden Stockwerken eine große Front aus Buntglasfenstern. Im Erdgeschoß steht davor ein großer Tisch, und das Fenster besteht aus vier Paneelen, die seltsame, mythologische Kreaturen zeigen:

  • ein Baumwesen
  • ein Vogel mit goldenen Federn und einem riesigen Schnabel
  • ein Wesen mit dem Körper eines Löwen und dem Oberkörper eines Menschen
  • einen tiefblauen Kraken mit bösen, roten Augen
    Alle Wesen befinden sich in Wolken aus Rauch, die aus siebeneckigen Kisten kommen. Auf den zweiten Blick sieht es eher so aus, als würde der Rauch in die Kisten hineingesogen, und die Grimassen der Monster und ihr Zähnefletschen sind weniger Wut und Aggression als vielmehr Furcht. Auf den Kisten scheinen außerdem nekromantische Symbole abgebildet zu sein.

Im ersten Stock besteht das Fenster aus fünf Paneelen:

  • ein riesiger, fahler, geisterhafter Skorpion
  • ein hagerer Mann, an dessen ausgestreckten Armen ein Dutzen Fledermäuse hängen
  • eine große Motto mit einem Mal in Form eines Totenschädels auf dem Kopf
  • ein Gewirr mattgrüner Pflanzen mit glockenförmigen Blüten
  • eine junge Frau, die an einer Quelle im Wald sitzt, und über der eine hundsgroße Spinne an einem Faden hängt

Die Anderen fragen sich: Warum baut man sich solche Szenen in sein Wohnhaus? Und warum verbaut man sich den schönen Seeblick mit Fenstern, durch die man nicht wirklich gut durchsehen kann? Und warum richtet man im oberen Zimmer einen Raum so ein, daß er nichts als eine Sitzgarnitur enthält, die auf das Fenster ausgerichtet ist? Ich verstehe ja nicht so ganz, was am Anblick dieses endlosen Meeres so toll sein soll? Andererseits haben sie damals ihr Haus hier gebaut und nicht in der Stadt, also ist vielleicht doch was dran an der Frage.

Die Tür zum Dachboden ist verschlossen, weshalb sie sich den Öffnungsversuchen der Anderen beharrlich widersetzt, aber das Schloß bettelt förmlich darum, geöffnt zu werden, so leicht, wie es aufgeht. Das Schluchzen, das wir gelegentlich gehört haben, wird lauter.

Nach ein paar uninteressanten Abstellkammern hören wir von weiter hinten einen schrillen Schmerzensschrei, dem wir natürlich nachgehen. Die Tür, von der er kam, ist ebenfalls verschlossen, aber auch dieses Schloß scheint mehr zur Zierde dazusein als tatsächlich eine Schließfunktion zu erfüllen, so leicht, wie es aufgeht. Der Raum dahinter ist kalt und feucht. Vor einem Spiegel kauert eine Gestalt, die offensichtlich untot ist. Sie weint, schluchzt und wimmert, während sie in den Spiegel starrt; es könnte Jascha Fingerhut sein. Sie ist bleich, ihre Hände sind mehr Krallen, und sie hat deutliche Blutflecken. Sie ignoriert unsere Anwesenheit völlig und reagiert auf keine Ansprache, nicht einmal auf ihren Namen. Erst als Lem den Spiegel ein wenig beiseiteschiebt, schreckt sie auf und kreischt, „Aldern! Ich kann Deine Furcht wittern! Schon bald wirst Du in meinen Armen liegen!“ und wirbelt zur Tür herum. Auch dabei scheint sie uns zu ignorieren, also lassen wir sie einfach passieren und folgen ihr; sie geht zielstrebig ins Erdgeschoß zu dem Fleck unter dem Affenkopf, in dem Lem das Wendeltreppenmuster erkannt hat. Thorik glaubt, sie als Wiedergänger zu identifizieren, was auch immer das genau ist. Dort starrt sie den Fleck an, beginnt das zu kreischen und auf den Boden zu hämmern und zu kratzen, bis sie die Bodendielen durchschlägt und durch das entstandene Lock in den drunterliegenden Raum springt. Dort liegen Geröll, aufgerissener Boden und Grabwerkzeuge herum, und es gibt eine steinerne Wendeltreppe, die uralt, viel, viel älter als das Haus wirkt. Diese Treppe schreitet Jasha hinab. Uns schlägt ein fast atemberaubender Gestank nach verrottendem Fleisch entgegen. Thorik und ich, die im Dunkeln sehen können, springen ihr hinterher in den Raum. Sobald Thorik dort den Boden berührt, hat er eine Vision, wie er Aldern beobachtet, der fieberhaft mit der Spitzhacke arbeitet und dabei immer wieder „Für Dich! Für Dich!“ vor sich hinmurmelt. Thorik ist sich sicher, daß er (Thorik, nicht die Person, aus deren Augen er die Szene erlebt) damit gemeint ist. Als er durchbricht, schwärmen Ghoule aus dem Loch und zerren Aldern hinab. Dann siehr Thorik, wie sich die Augen der Ghoule auf ihn richten, und wie sich dann die Ghoule auf ihn stürzen. Wir können sehen, wie Thorik in einem unsichtbaren Kampf hin- und hergeworfen wird, und wie aus dem Nichts Biß- und Klauenwunden auf seinem Körper entstehen. Auch dieser Spuk ist nach ein paar Augenblicken vorbei, und nachdem ich einigermaßen sicher bin, daß Thorik noch lebt und einigermaßen ok ist, folge ich Jasha die Treppe hinunter in die Dunkelheit, bevor sie einen zu großen Vorsprung hat. Die Treppe mündet in eine ca. zehn Meter lange Höhle, aus der drei Gänge abgehen, von denen einer wesentlich neuer aussieht als die beiden anderen. Ich sehe Jasha in einem der alten Gänge verschwinden und folge ihr. Offenbar kann sie auch im Dunkeln sehen. Nach kurzer Zeit mündet der Gang in einen kleinen Raum, der dadurch entsteht, daß mehrere Gänge hier zusammenlaufen und sich zu einem Gang vereinigen, dem Jasha weiter folgt. In diesem Raum befinden sich drei Ghoule; Jasha ignoriert sie völlig; die Ghoule reagieren kurz in ihre Richtung, lassen sie dann aber ungehindert passieren. Ohne diese kurze Reaktion auf Jasha hätte ich sie vermutlich selber nicht gesehen und wäre ihnen direkt in die Arme gelaufen; das hätte eventuell ungemütlich werden können. So aber scheinen sie mich nicht bemerkt zu haben. Da der Gang aber zu schmal und zu niedrig ist, um eine Chance zu haben, unbemerkt an ihnen vorbeizukommen, drehe ich erstmal um, um den Anderen entgegenzugehen. Währenddessen höre ich schon schlurfende Schritte hinter mir, und nach ein paar Gangbiegungen sehe ich Licht vor mir. Ich treffe die Anderen in der Höhle am Fuß der Treppe und warne sie kurz davor, daß mir wohl ein paar Ghoule folgen. Wir nehmen an den Wänden seitlich des Tunnelausgangs Aufstellung, und als drei Ghoule aus dem Gang kommen, töten wir sie nach einem kurzen Kampf. Mit guten Ohren hören wir wenige Augenblicke später wieder Schritte; diesmal kommen aus zwei Gängen je zwei Ghoule; auch diese sind schnell getötet.

Jetzt sollten wir Jasha weiter folgen.

Insgesamt hat unser Besuch hier kaum Fragen beantwortet, dafür aber viele neue aufgeworfen. Klar scheint aber zu sein, daß Aldern tatsächlich mit den Morden und der Ghoul-Plage zu tun hat.

Alte Fragen:

  • Was hat Thorik mit der ganzen Sache zu tun?
    A: Anscheinend macht Aldern Fingerhut Thorik dafür verantwortlich, daß sein geliebter Hund tot ist, und will sich jetzt an Thorik rächen. Scheint mir eine geringfügige Überreaktion zu sein.
  • Wen hat Thorik “vernichtet” und wie? Was ist mit “vernichtet” gemeint?
    A: Aldern hat anscheinend seinen Hund sehr geliebt und ist an seinem vorzeitigen gewaltsamen Tod zerbrochen. Oder ist noch etwas anderes damit gemeint?
  • Warum bezeichnet der Killer Thorik als “Meister”?
  • Können Menschen in Ghoule verwandelt werden? Falls ja, sollten wir evtl. das Sanatorium warnen. Und Nahimana, Thorik und Lem sollten vorsichtshalber einen Arzt oder Priester aufsuchen.
    A: Das scheint doch nicht ganz so schnell zu gehen. Vor allem können wohl keine lebenden Wesen einfach so in Ghoule verwandelt werden, sondern das passiert erst, wenn sie am Ghould-Fieber sterben; dann erwachen sie als Ghoule wieder zu untotem Leben.
  • Wo kommen die ganzen Ghoule her? Sind sie allesamt ehemalige Landbevölkerung, die verwandelt wurden? Wie fing es an? Hat ein einzelner Ghoul nach und nach alle infiziert und verwandelt? Oder kam eine große Gruppe Ghoule her? Woher?
    A: Genau wissen wir es noch nicht, aber es deutet, besonders nach Thoriks Vision, viel darauf hin, daß viele Ghoule aus diesen Höhlen unter dem Fingerhut-Gut kamen. Warum sie allerdings hier waren, wissen wir nicht.
  • Wieviele Ghoule gibt es noch in der Gegend? Können wir sie stoppen, indem wir alle töten? Oder müssen wir irgendein Portal schließen? Oder einen Infektionsherd ausräuchern?
    A: Ich vermute mal, daß wir hier irgendwo die Quelle der Ghoul-Invasion finden werden, und diese – wie auch immer – unschädlich machen sollten. Ob das den Ghoulen an der Oberfläche irgendwie schadet, wird sich zeigen, aber sobald sie – ohne ihre Quelle – nur noch eine isolierte Population sind, können sich sicherlich Soldaten des Vogts um des Rest kümmern.
  • Was haben die Ghoule mit der Sihedron-Rune zu tun? Warum haben die Hauptopfer immer die Rune in die Brust geritzt?
    A: Das ist nach wie vor unklar. Die Fenster mit Bildern der siebeneckigen Kisten deuten darauf hin, daß wir es hier mit irgendwelchen alten thassilonischen Strukturen zu tun haben, aus denen die Ghoule kamen. Aber darüber hinaus?
  • Was für eine Verbindung haben die jetzigen Opfer miteinander? Sind sie zufällig ausgewählt? Das kann ich nicht glauben. Wenn man die Geschichte von Alderns Hund bedenkt, haben alle diese Leute vielleicht Anderen Schaden zugefügt, oder zugelassen, daß Anderen Schaden zugefügt wird, den sie hätten verhindern können?
  • Wo komme ich her? Warum hat ein Glabrezu versucht, nach mir zu greifen? Wo bin ich hier? Können mir die Tieflinge im Sanatorium irgendwie weiterhelfen?

Neue Fragen:

  • Wie sind die Beziehungen der Personen von den Portäts untereinander? Vorel und Kasanda verheiratet, mit Tochter Lorey? Traver und Cyrali verheiratet, mit Töchtern Siva und Sendeli und Sohn Aldern? Wie ist die Beziehung zwischen diesen beiden Gruppen? Gibt es eine zeitliche Reihenfolge? Hat Vorel das Haus erbeut, und Traver lebte später darin?
  • Hatte der Vogt nicht was von vier Kindern gesagt? Hat er sich geirrt? Gab es noch ein viertes Kind? Was ist mit ihm passiert? Ist Lorey das vierte Kind? Was würde das für die Verbindung zwischen den beiden Personengruppen bedeuten?
  • Hat vor Aldern Lorey in demselben Kinderzimmer gelebt? So daß Thoriks Vision vom Kampf der Eltern Lorey Vision sein könnte? Das würde besser zu den äußeren Malen, zu den Tumoren des Vaters in der Vision passen (den Traver hatte auf dem Porträt keine Tumore).
  • Was ist die Verbindung dieses Hauses, und damit auch der Familie, mit den Katakomben unter dem Keller? Es scheint (durch die Symbolik der Fenster) offensichtlich, daß das Haus bewußt auf ihnen erbaut wurde. Es scheint auch sicher, daß Alderns Graben nicht das erste Mal war, daß die Katakomben freigelegt wurden.
  • Was hat es mit diesen Fenstern auf sich? Was hat es vor allem mit dem oberen Fensterraum auf sich? Warum gibt es diesen Raum, der nur dazu dazusein scheint, die Fenster zu betrachten. Was bedeuten die Symbole bzw. die Bilder in den Fenstern?
  • Wieso war die Vision in der Porträtgalerie für alle, wenn alle anderen nur für einen waren?
  • Was zeigt uns die Bildervision? Den aktuellen Zustand bzw. die Todesursache der abgebildeten Personen? Das paßt zu dem, was wir über den Tod von Alderns Eltern wissen. Aber warum waren auch Kasanda und Lorey tumorzerfressen? Sind die Tumore einfach nur eine Krankheit, evtl eine Folge von Experimenten, die Vorel gemacht hat? Oder bedeuten sie mehr, etwas Böses?
  • Wer war die Person, die Aldern in der Bibliothek stranguliert hat? Da er erwachsen war, kann es noch nicht so lange her sein. Und da der Schal noch nicht vom Verfall des Hauses betroffen wat, kann es wirklich noch nicht lange her sein. Kann es Jasha gewesen sein? Warum hat Aldern die Person getötet?
  • Wer ist Jasha? Alderns Frau? Sie hat den Familiennamen aber keine äußerliche Ähnlichkeit.
  • Wer war die Person, aus deren Augen Thorik Aldern beim Graben gesehen hat, und die offenbar von den Ghoulen getöt wurde?
  • Was hat es mit dem Bild auf sich, daß Aldern als Ghoul gezeigt hat? Ist Aldern in den letzten zwei Wochen zum Ghoul geworden? Oder ist er schon länger etwas Ghoulartiges, der/das aber zumindest auch menschlich aussehen kann? Thoriks Vision scheint eher auf die erste Variante hinzudeuten.
  • Was ist ein Wiedergänger? Wie wird eine lebende Person zu einem solchen?
  • Was hat es mit dem Löwenflederskorpion in der Eingangshalle auf sich? Warum hatte der das Gesicht eines Verwandten von Aldern? Ist es Zufall, daß dieses Vieh hier herumsteht und auf den Bildern der Fenster ein geisterhafter Skorpion, Fledermäuse und eine Art Löwenzentaur zu sehen sind? Wenn nein, was für Alptraummonster erwarten uns dann noch hier unten?
  • Ghoule scheinen eher instinktgesteuert zu sein und getötete Opfer lieber zu fressen als sie fein säuberlich drapiert zu hinterlassen. Wie passen Ghoule also zu den bisherigen Morden? Kann Aldern die Ghoule irgendwie kontrollieren, so daß er sie daran hindern kann, die Opfer zu fressen? Oder ist er inzwischen selbst ein Ghoul und begeht die Morde selbst? Wie würde das zu Bauer Hambley passen, der von den Ghoulen im Haus nicht gefressen worden ist?

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GoblinBasar

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