Weekend Heroes

Vogelscheuchen

2. Lamashan 4711, Sandspitze, Varisia
(Spielrunde vom 24.01.2015)
(Es fehlt: Adzorn)

Am Morgen statten wir der Gezeiteninsel einen Besuch ab, die beim Leuchtturm am Lumpenstrand liegt (der wohl so heißt, weil er von den Menschen der Gegend als Müllhalde genutzt wird). Wir betreten die Insel bei Ebbe; auf dem Hügel finden wir die Reste eines Hauses, das offensichtlich zerstört wurde. Die Trümmer, Steine und verkohlte Holzbalken, wurden genutzt, um die Kellertreppe zu verschütten. Sonst finden wir nichts auf der Insel, und angesichts der steigenden Flut, die droht, unseren Rückweg abzuschneiden, verlassen wir die Insel wieder. Hier gibt es also erstmal keine weiteren Hinweise oder Erkenntnisse. Dennoch lohnt es sich vielleicht, später doch noch die Treppe und den Keller freizulegen.

Anschließend begeben wir uns zum Sanatorium, um (den verrückten Leibwächter der drei toten Betrüger) Crest Sevilla zu besuchen, in der Hoffnung, irgendetwas Brauchbares aus ihm herauszukriegen. Wir betreten das Empfangszimmer, und nachdem wir läuten, werden wir vom sehr kurz angebundenen und unwirschen Eigentümer der Anlage, Erin Heibe mißmutig begrüßt. Er zeigt sich alles andere als kooperativ und versucht, darauf zu bestehen, daß wir seine Patienten in Ruhe lassen. Selbst als Lem das Dokument des Vogts vorzeigt, daß wir in offiziellem Auftrag unterwegs sind, läßt er sich nur sehr widerwillig überreden, daß wir mit Sevilla reden dürfen, und er besteht darauf, daß wir maximal eine halbe Stunde Zeit haben, um den armen Kerl nicht zu sehr zu belasten. Nachdem wir dem zustimmen, läßt er Sevilla von den Pflegern (zwei Tiefling-Brüder; es gibt also noch mehr Wesen wie mich hier – ob es nützlich sein könnte, mich ihnen zu offenbaren?) holen. Sie bringen ihn in einer Zwangsjacke, seine Haut ist fahl und wirkt irgendwie faulig, die Augen sind milchig und trüb; er wirkt sehr krank, als ob er nicht mehr sehr lange überleben wird. Darauf angesprochen reagiert Heibe wieder sehr mürrisch und will nicht über die Abläufe in seiner Anstalt sprechen.
Sevilla ist völlig apathisch, er sitzt nur auf dem Stuhl, stiert vor sich hin und murmelt immer wieder Sachen wie “zu viele Zähne”, “Rasiermesser”, “der Häuter kommt” und reagiert in keinster Weise auf Fragen. Erst als Lem ihm ein Bild der Sihedron-Rune vorlegt und ihn fragt, ob er damit etwas anfangen kann, schreckt er aus seiner Apathie hoch, blickt sich um, bis sein Blick and Thorik hängenbleibt und spricht sehr klar. “Er hat gesagt, daß Du kommen würdest. Eure Hoheit. ‘der, der mich vernichtet hat’, hat er gesagt. Die Leichen, die Du findest, sind ein Zeichen. Das Verhängnis wird Dein Thron sein.” (Da war noch viel mehr drin; Achim, kannst Du das mal hier reinschreiben?) Danach versinkt er wieder in Apathie und Murmeln. Lem kommt der Ausspruch mit dem Verhängis irgendwie bekannt vor, er kann den Finger aber nicht darauflegen.
Plötzlich ruckt er hoch, zerreißt die Zwangsjacke, die Pfleger sind völlig überrascht, und er greigt Thorik mit dem Ausruf “Ich werde Dich töten! Er liebt Dich mehr als mich! Niemals wird der Meister Dich auf den Thron setzen!” an. Heibe und die Pfleger fliehen. Nach einem kurzen Kampf können wir ihn verletzen und überwältigen; er hat fast keinen Puls mehr, lebt aber noch. Heibe und die Pfleger kommen bewaffnet zurück. Heibe entschuldigt sich für den Zwischenfall und bittet eindringlich darum, daß wir das für uns behalten. Er hat sich uns gegenüber zwar nicht gerade freundlich benommen, aber wer weiß, wann es es gut sein kann, daß er uns einen Gefallen schuldet; wir sollten also seinen Wunsch zunächst respektieren und niemandem hiervon erzählen.
Aber Blut und Asche, was beim linken Ei eines räudigen Glabrezu hat Thorik mit der Geschichte zu tun? Wen hat er vernichtet? Was bedeutet das alles? Woher hat Sevilla Thorik erkannt?
Keine Hinweise, nur neue Fragen.

Auf dem Rückweg in die Stadt machen wir noch kurz bei der Scheune Halt, in der die Betrüger umgebracht wurden. Auch hier gibt es Kampfspuren, Blut und aufgewühlten Dreck, und auch hier finden sich ein paar Abdrücke von bloßen Füßen. Allerdings ist der Mord hier ja schon ein paar Tage her, und die Soldaten des Vogts haben viel zertrampelt. Hier finden wir keine weiteren Hinweise.

Wir kehren ni die Stadt zurück und geben dem Vogt einen kurzen Zwischenbericht, wobei wir nichts von Sevillas Angriff erzählen. Wegen des Briefs vom ersten Tatort fragen wir, ob er etwas von zum Verkauf stehenden Grundstücken weiß. Er verneint das, glaubt aber, daß Bürgermeisterin Kendra etwas wissen könnte. Nach Crests Ausspruch “Das Verhängnis wird Dein Thron sein” gefragt (wiederum ohne Quellenangabe), weiß er ebenfalls nicht, rät uns aber zu einem Besuch im Lesenden Goblin.

Nachdem wir den Vogt wieder verlassen haben, wollen wir uns aufteilen; Nahimana und Thorik wollen zu Bürgermeisterin Kendra gehen, Lem und Cassarick in die Bibliothek. Als wir gerade aufbrechen wollen, werden wir von einem Soldaten zurück zum Vogt gerufen. Bei ihm ist ein alter Bauer, der völlig aufgelöst ist, vor Anstrengung japst, und sich offensichtlich mit Schnaps zu beruhigen versucht. “Meister Brummbär” stammelt von “wandelnden Vogelscheuchen”, die die Felder im Süden der Stadt schon sein einigen Tagen heimsuchen. Die Bauern haben sich zunächst nicht gemeldet, weil sie sich offensichtlich für einigermaßen unabhängig halten und das Problem erstmal selbst lösen wollten. Anfangs haben sie das Problem auch gar nicht so wahrgenommen, dachten, die “Vogelscheuchen” seien irgendwelche Herumtreiber, doch dann begannen sie, seltsame Geräusche und Schreie zu hören, und Schemen zu sehen, die in die Moore huschen. Und nachdem inzwischen einige Höfe völlig leer und ohne Leben sind, wollten sie das Problem endlich beseitigen. Sie glauben, daß es vom Hambley-Hof ausgeht, also ist eine Gruppe bewaffneter Bauern dorthin gezogen. Unterwegs wurden sie von Vogelscheuchen angegriffen, die laut Meister Brummbär wie tot aussahen und völlig ausgehungert wirkten (“Sogar die Hunde haben sie gegessen!”). Brummbär ist geflohen und in die Stadt gerannt, die anderen sieben Bauern sind wohl tot; zumindest hat Brummbär seit dem Angriff keinen von ihnen mehr gesehen.

Auf Bitten des Vogts machen wir uns mit vier Soldaten auf den Weg, um uns auf dem Hambley-Bauernhof mal umzusehen. Auf dem Weg dorthin fällt auf, daß die Menschen immer stiller und weniger freundlich gegenüber Fremden sind, je weiter wir uns von der Stadt entfernen, und immer mehr Bauern haben Waffen griffbereit. Die letzten zwei Höfe, bevor wir zum Hambley-Bauernhof gelangen, wirken völlig verlassen. Die Felder des Hambley-Bauernhof letztlich “hinken” bei der Ernte ziemlich hinterher; während andernorts die Felder abgeerntet werden, sind sie hier noch voller Pflanzen. An einer Kreuzung passieren wir eine Vogelscheuche. An der nächsten Kreuzung steht wieder eine Vogelscheuche, und als wir uns nähern, erwacht sie zum Leben und greift uns an. Sie verströmt einen fauligen Geruch, der derselbe zu sein scheint wie der in der Sägemühle. Heißt das, diese Wesen begehen in irgendjemandes Auftrag Auftragsmorde? Der Kampf dauert nicht lange, das Wesen ist schnell vernichtet, aber es hat mit einem eigentlich recht harmlosen Treffer Nahimana für einige Zeit gelähmt. Offensichtlich muß man sich vor ihnen in acht nehmen. Außerdem sieht der Ghoul unter seiner Vogelscheuchen-Verkleidung aus wie eine wesentlich schlimmere Version von Crest Sevilla; es hat ebenfalls die fahle und faulig wirkende Haut, und ich kann die Vorstellung nicht ganz abschütteln, daß Sevilla in ein paar Tagen ebenso aussehen könnte. Vielleicht sollten wir das Sanatorium warnen?
Als wir unseren Weg fortsetzen, werden wir von drei weiteren der Wesen angegriffen, die wir jedoch wieder sehr schnell vernichten können.
Auf dem Hambley-Bauernhof angekommen, sehen wir, daß die Scheune auf und um einen großen behauenen Steinkopf erbaut ist. In der Scheune finden wir die Überreste vieler Tiere und einiger Menschen, dazwischen die Spuren nackter Füße, und darüber den starken Gestank von Tod, Verwesung und Fäulnis. Davon abgesehen ist die Scheune leer; Ghoule finden wir keine.
Vor dem Betreten des Wohnhauses späht Nahimana durchs Schlüsselloch und erkennt, daß zwei Ghoule drinnen auf uns warten. Wir beschließen, einfach hineinzustürmen und sie schnell zu vernichten. Dummerweise konnte Nahimana nicht den ganzen Raum überblicken, so daß sie einen weiteren Ghoul und ein anderes Wesen, das Thorik später als Gruftschrecken identifiziert, übersehen hat. Einer der Ghoule sieht aus wie ein Kind, ein anderer wie eine Frau. Ob die früher mal Bewohner dieses Hauses waren? Können Menschen in Ghoule verwandelt werden? Thorik stürmt hinein und fokussiert seine göttlichen Energien, um den Untoten Schaden zuzufügen. Daraufhin greifen mehrere sofort ihn an, und nachdem er ein paar Treffer erleidet, wird auch er gelähmt. Lem und Nahimana können den Gruftschrecken schnell töten, danach vernichten wir auch die beiden anderen Ghoule. Währenddessen kommen zwei weitere Ghoule aus dem Obergeschoß herunter, die wir auch recht schnell töten, allerdings nicht bevor sie auch Lem noch verletzen und lähmen können.
Die Lähmung geht zwar wieder vorbei, aber wenn ich die äußerlichen Ähnlichkeiten zwischen Sevilla und den Ghoulen bedenke, sollten die drei vielleicht einen Arzt oder besser einen Priester aufsuchen, wenn wir wieder in der Stadt sind.

Am Herd finden wir eine Leiche, die nicht von den Ghoulen zerstückelt wurde. In die Brust dieser Leiche wurde wieder die Sihedron-Rune geritzt, und an der Kleidung findet sich wieder ein Brief an Thorik. Einer der Soldaten kann diesen Leichnam als Hambley indentifizieren.
Eine kurze Durchsuchung des Hauses zeigt, daß im Obergeschoß auch viele Leichenreste herumliegen; außerdem finden wir eine versteckte Truhe, die sich durch einen rostigen Schlüssel, den wir bei der Leiche finden, öffnen läßt. Das scheinen die gesammelten Ersparnisse der Familie zu sein; auf den ersten Blick sieht es nach mehreren hundert Goldmünzen aus, d.h. jeder Anteil wird ziemlich groß sein. Ich habe noch nie soviel Gold besessen! Oder doch? Naja, zumindest habe ich das Gefühl, daß mich das reich macht. Wenn ich mich doch nur erinnern könnte! Vielleicht sollte ich mal versuchen, mit den beiden Pflegern vom Sanatorium zu sprechen; vielleicht können mir Leute mit ähnlicher Herkunft helfen, wo diese Menschen das bisher nicht konnten.

Der Gruftschrecken hat einen einsernen verzierten Schlüssel dabei, auf dem ein heraldisches Symbol zu sehen ist: eine von Dornen umgebene Blume. Lem erkennt das Symbol und kann sich erinnern, daß er es auf dem Sattel eines Sandspitzer Adligen namens Aldern Fingerhut gesehen hat. Das ist offensichtlich ein junger Mann, der eine Zeitlang die Nähe der “Helden von Sandspitze” gesucht hat, als sie den Kampf gegen die Goblins aufnahmen. Aber was hat er oder zumindest seine Familie hiermit zu tun?

Da der Nachmittag sich dem Ende zuneigt und die Dämmerung beginnt, und weil Lem im Dunkeln nichts sehen kann, beschließen wir, über Nacht in die Stadt zurückzukehren und morgen wiederzukommen. Auf dem Rückweg sehen wir ein Stück weit den Weg hinunter in die andere Richtung noch eine Vogelscheuche. Lem schießt einen Armbrustbolzen in sie hinein, aber es scheint tatsächlich eine normale Vogelscheuche zu sein.

Offene Fragen:

  • Was hat Thorik mit der ganzen Sache zu tun?
  • Wen hat Thorik “vernichtet” und wie? Was ist mit “vernichtet” gemeint?
  • Warum bezeichnet der Killer Thorik als “Meister”?
  • Können Menschen in Ghoule verwandelt werden? Falls ja, sollten wir evtl. das Sanatorium warnen. Und Nahimana, Thorik und Lem sollten vorsichtshalber einen Arzt oder Priester aufsuchen.
  • Wo kommen die ganzen Ghoule her? Sind sie allesamt ehemalige Landbevölkerung, die verwandelt wurden? Wie fing es an? Hat ein einzelner Ghoul nach und nach alle infiziert und verwandelt? Oder kam eine große Gruppe Ghoule her? Woher?
  • Wieviele Ghoule gibt es noch in der Gegend? Können wir sie stoppen, indem wir alle töten? Oder müssen wir irgendein Portal schließen? Oder einen Infektionsherd ausräuchern?
  • Wo komme ich her? Warum hat ein Glabrezu versucht, nach mir zu greifen? Wo bin ich hier? Können mir die Tieflinge im Sanatorium irgendwie weiterhelfen?

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GoblinBasar

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